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Österreich beim Homeless World Cup 2017 in Oslo

15. Auflage des Turniers

Österreich beim Homeless World Cup 2017 in Oslo - 15. Auflage des Turniers

 

Vom 29. August bis zum 5. September findet der Homeless World Cup 2017 (HWC) in der norwegischen Hauptstadt Oslo statt. Wie schon bei den Turnieren davor, wird Österreich auch bei der 15. Auflage dieser sozialen Straßenfußball-Weltmeisterschaft  durch ein Homeless World Cup Nationalteam, bestehend aus Flüchtlingen, Suchtkranken und Obdachlosen, vertreten sein.

Während des europäischen Kulturhauptstadtjahres 2003 wurde am Grazer Hauptplatz erstmals der Homeless World Cup (HWC) ausgetragen – eine soziale Straßenfußball-Weltmeisterschaft für Menschen am „Rand“ der Gesellschaft: Obdachlose, Flüchtlinge, Personen mit Alkohol- oder Suchtproblemen. Von Rio de Janeiro über Paris und von Mailand bis nach Mexiko City treten mittlerweile jährlich mehr als 70 Nationen an. Ziel ist es dabei, den SpielerInnen einen Schritt zurück in ein „normales“ Leben zu ermöglichen. Sie erleben Teamgeist, Motivation, Anerkennung und können so über den Sport aus ihrer sozialen Isolation heraustreten.

 

Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie auf www.homelessworldcup.at und auf www.facebook.com/HomelessWorldCupAustria

 

Das österreichische Homeless World Cup Nationalteam

Der österreichische Partner des internationalen Homeless World Cup ist seit Beginn die Caritas Steiermark, die das österreichische Homeless World Cup Nationalteam, das jedes Jahr neu zusammengestellt wird, koordiniert. Die Auswahl der Spieler findet in Kooperation mit Sozialeinrichtungen in ganz Österreich statt. Teilnehmen können Spieler, die mindestens 16 Jahre alt sind und

  • die wohnungslos sind oder im vergangenen Jahr wohnungslos waren
  • deren Haupteinkommen der Verkauf von Straßenzeitungen ist
  • die AsylwerberInnen ohne positiven Bescheid oder subsidiär schutzberechtigt sind
  • Konventionsflüchtlinge, die ihren positiven Aufenthaltstitel erst in den letzten beiden Jahren erhalten haben
  • Personen, die einen Alkohol- oder Drogenentzug machen oder in den letzten beiden Jahren gemacht haben.

 

Gilbert Prilasnig, Teamchef Homeless World Cup Österreich

„Der Homeless World Cup in Oslo steht endlich vor der Tür – immerhin bereiten wir uns seit Ende März darauf vor. Der Auswahlprozess der Mannschaft (jedes Jahr werden neue Spieler ausgewählt) ist jedes Mal eine große Herausforderung. Die fußballerischen Fähigkeiten bilden dabei natürlich eine gewisse Basis dafür, aber der Schwerpunkt wird auf den sozialen Hintergrund der Anwärter gelegt. Die Kriterien für eine Teilnahme sind ja klar geregelt, der für uns entscheidende Punkt ist aber abzuschätzen, inwiefern der HWC den Teilnehmern tatsächlich einen Motivationsschub für die Zukunft mitgeben kann. Um das Gruppengefühl miterleben zu können, legen wir beispielsweise bei den Asylwerbern großen Wert auf ihre Deutschkenntnisse, was ja gleichzeitig einen Parameter für den gesellschaftlichen Integrationswillen des Einzelnen darstellt. Für die Spieler mit Suchthintergrund loten wir aus, wie stabil sie sind, damit sie vor allem über die Zeit nach dem HWC, wenn sie aus der emotionalen Hochschaubahn HWC wieder aussteigen müssen, gut hinweg kommen können. Trotzdem finde ich, dass wir dieses Jahr eine Mannschaft haben, von der ich mir auch sportlich einiges erwarte. Deshalb ist meine Vorfreude auch schon dementsprechend groß.“

 

Leo Windtner, ÖFB-Präsident

"Der Homeless World Cup ist dem ÖFB seit vielen Jahren ein besonderes Anliegen. Diese Initiative mit österreichischen Wurzeln hat sich zu einem wahren Vorzeigeprojekt entwickelt, das eindrucksvoll zeigt, wie Fußball in vielen Bereichen des Lebens eine Perspektive bieten und positive Entwicklungen in Gang setzen kann. Unser Sport ist mehr als ein Spiel. Er erreicht Milliarden Menschen weltweit und Millionen Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder hier bei uns in Österreich. Er ist ein Sprachrohr und ein Katalysator. Fußball ist gerade im Bereich Integration im Stande, einen beträchtlichen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Für viele Menschen stellt der Sport die größte Chance dar, Anschluss und Aufnahme in unsere Gesellschaft zu finden. Gerade in Zeiten, in denen finanzielle Grenzen regelrecht gesprengt werden, ist es wichtig, sich auf die ursprünglichen Werte des Fußballs rückzubesinnen.“

 

Reinhard Herovits, Vorstand der Österreichischen Fußball-Bundesliga

„Sport und insbesondere der Fußball als Mannschaftssport wirken gesellschaftsverbindend. Insofern glauben wir fest daran, dass der Fußball mithelfen kann, wieder den Weg zurück ins gesellschaftliche Leben zu finden, wenn man zeitweise aus der Bahn geworfen wurde - das Projekt Homeless World Cup ist ein exzellentes Beispiel dafür. Die Österreichische Fußball-Bundesliga und ihre Klubs wünschen dem Homeless World Cup Nationalteam alles Gute für die Herausforderungen bei der WM in Oslo und auch für jene abseits des Platzes.“

 

Herbert Beiglböck, Direktor der Caritas Steiermark

Damals noch für das Marketing einer großen steirischen Tageszeitung tätig, war ich schon beim ersten Homeless World Cup im Jahr 2003 in Graz mit dabei, als diese Soziale Straßenfußball Weltmeisterschaft auf Initiative der Caritas Steiermark und des International Network of Streetpapers, entstanden ist. Wir haben den Homeless World Cup eigentlich als einmalige Veranstaltung im Rahmen des Kulturhauptstadt-Jahres in Graz konzipiert, weil wir daran geglaubt haben, dass der Sport und im Speziellen der Fußball, eine tolle Plattform zur Integration von Menschen am sogenannten „Rand der Gesellschaft“ sein kann. Dass daraus eine weltweite Bewegung mit inzwischen 74 Partnerorganisationen in ebenso vielen Ländern entstehen kann, war mir zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht bewusst.

 

Umso mehr freut es mich, dass es so gekommen ist und dass der Homeless World Cup heuer zum 15. Mal mit der Caritas Steiermark als österreichischem Partner stattfindet. Dabei möchte ich vor allem betonen, dass der Homeless World Cup viel mehr ist, als ein Turnier. Inzwischen handelt es sich dabei um ein ganzjähriges Projekt: Neben vielen kleineren regionalen und nationalen Turnieren, sind rund um das Projekt Workshops und weiterführende Angebote für die Sportler – und seit einigen Jahren auch für Sportlerinnen – entstanden. Mit der jährlichen Weltmeisterschaft als Highlight und immer mit dem Ziel, die Lebenssituation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nachhaltig zu verbessern.

 

Dass wir als Caritas Steiermark dieses Projekt von Beginn an mittragen können, ist allerdings nur dank vieler verlässlicher Partner möglich, bei denen ich mich bedanken möchte: Zum einen können wir auf ein großes Netzwerk von Sozialeinrichtungen in ganz Österreich zurückgreifen, aus dem unsere Spielerinnen und Spieler zu den verschiedenen Teams stoßen. Zum anderen wäre die Arbeit des HWC-Teams ohne die vielen freiwilligen Helfer nicht möglich – allen voran Teamchef Gilbert Prilasnig. Ich möchte mich außerdem bei unseren Partnern aus dem Profisport – beim ÖFB und bei der Bundesliga – bei unseren öffentlichen Fördergebern und bei unseren Sponsoren aus der Wirtschaft – allen voran die Firma Gaulhofer und Coca Cola – für ihre Unterstützung bedanken.

 

Manfred Gaulhofer, Gaulhofer Familien Privatstiftung

Je reicher die westliche Welt wird, umso härter scheint sie zu werden. Im Gleichklang mit den Meldungen über das kräftige Wachstum der Wirtschaft in Österreich und anderen Ländern der europäischen Union, werden die Rufe nach der Verteidigung der Festung Europa immer lauter. Dieser Stimmung gilt es durch die Unterstützung der Institutionen und Initiativen entgegenzuwirken, die sich für Solidarität mit den Schwachen und den Abbau von Ungerechtigkeit und Ungleichheit weltweit einsetzen. Mit der Betreuung des österreichischen Homeless World Cup Teams setzt die Caritas einen symbolischen Akt in diese Richtung. Diesen unterstützen wir mit Freude.

 

Philipp Bodzenta, Coca-Cola Unternehmenssprecher

Homeless World Cup zeigt, wie verbindend die gemeinsame Sprache Fußball sein kann und wie damit auch große Hürden überwunden werden können. Wir sind vom Projekt begeistert und aus diesem Grund seit vielen Jahren als Partner gerne mit dabei.


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