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Ein Jahr Didi Constantini

Die Bilanz zum Jubiläum des Teamchefs

Ein Jahr Didi Constantini - Die Bilanz zum Jubiläum des Teamchefs



Vor einem Jahr, am 4. März 2009, präsentierte der damals frischgebackene ÖFB-Präsident Leo Windtner im Wiener Hotel Intercontinental den neuen Teamchef der österreichischen Nationalmannschaft. Didi Constantini, vorher unter anderem als Coach tätig bei Wacker Innsbruck, Mainz 05, Admira, Pasching und der Wiener Austria, sollte den „Turnaround“, wie es Windtner ausdrückte, rasch schaffen.

Diese Aufgabe hat der 54jährige Tiroler, gemeinsam mit seinem Trainerteam (Manfred Zsak und Heinz Peischl als Assistenten, Franz Wohlfahrt als Tormanntrainer und Mike Steverding als Athletik-Coach) bravourös erfüllt. Gleich beim Debüt feierte Österreich in Klagenfurt mit einer völlig umgekrempelten Mannschaft einen sensationellen 2:1-Sieg über EURO-Teilnehmer Rumänien. Auch wenn bei diesem Match etwas Glück dabei war, hatte er Signalwirkung.

Constantini baute neue Spieler ein, nicht nur ganz junge, wie es ein Blick auf die Liste seiner Debütanten beweist. Mit Ekrem Dag (29) und Patrick Wolf (28) debütierten am Mittwoch beim 2:1-Heimsieg gegen Dänemark zwei routinierte Spieler, zudem holte er beispielsweise Spieler wie Stefan Lexa (32) oder Jürgen Patocka (32) zumindest vorübergehend ins Team zurück und kam mit Christian Gratzei auch ein Tormann zu seinen ersten Teameinsätzen. Sonst war aber durchaus das Motto „Jugend forscht“ Trumpf und die jungen Spieler haben sich bislang mehr als tapfer geschlagen. So feierten unter Didi Constantini Spieler wie Yasin Pehlivan (geboren 1989 – mittlerweile 8 Länderspiele), Daniel Beichler (1988/5 Länderspiele), Aleksandar Dragovic (1991/8 Länderspiele), Jakob Jantscher (1989/6 Länderspiele/1 Tor), Christopher Trimmel (1987/3 Länderspiele), Julian Baumgartlinger (1988/5 Länderspiele), Christopher Drazan (1990/1 Länderspiel) und David Alaba (1992/3 Länderspiele) gelungene Debüts in der Nationalmannschaft.

Heiß diskutiert wurde vor allem der Einsatz des erst 17jährigen Talents David Alaba, der mittlerweile nicht nur der jüngste österreichische Teamspieler aller Zeiten ist, sondern seit wenigen Tagen auch der jüngste Spieler von Bayern München, der je im DFB-Pokal zum Einsatz kam. Bei seinem Debüt hatte er lediglich Erfahrung in der dritthöchsten Spielklasse in Deutschland, überzeugte seitdem aber bei jedem seiner drei (Kurz)einsätze. Zudem wurde mit seinem Einsatz im WM-Qualifikationsspiel in Paris einem möglichen späteren Verbandswechsel vorgebeugt. Wie man weiß, wurden ja auch schon in der Vergangenheit manche „ausländischen“ Spieler in Deutschland eingebürgert….

Zurück zur Bilanz: Unter Constantini wurde die drei ausstehenden Heimspiele in der WM-Qualifikation allesamt gewonnen, zudem folgte am Mittwoch der erste Sieg in einem Testmatch seit Mai 2008. Auch die Auswärtsauftritte unseres Teams waren durchaus respektabel. Im Hexenkessel von Belgrad zeigte die rot-weiß-rote Elf eine fast sensationelle Leistung, verlor zwar nach einem Elfmeter mit 0:1, rang die Leistung aber selbst dem ebenso erfahrenen wie erfolgreichen Coach der Serben, Radomir Antic, größte Anerkennung ab. In Bukarest zeigte unser Team zwar auf einem katastrophalen Rasen keinen Zauberfußball, rang den Rumänen aber mit tollem Kampfgeist ein schlussendlich nicht unverdientes Remis ab. Und in Paris war der Unterschied mit dem Weltklasseauswahl der „Les Bleus“ offensichtlich, gab es auch eine 1:3-Niederlage unserer Farben, aber kam Österreich wohl zu wesentlich mehr Torchancen als in den vergangenen zwei Gastspielen in der französischen Hauptstadt zusammen.

Wenig erfreulich waren die beiden ersten Testspiele vor eigenem Publikum im August (0:2 in Klagenfurt gegen Kamerun) und November (1:5 in Wien gegen Europameister Spanien). Beim Spiel gegen die Iberer wurde Österreich zusätzlich durch einen frühen Ausschluss geschwächt, doch spielen Xavi & Co momentan sowieso auch weltweit in einer eigenen Liga, oder wie es der französische Stürmerstar Thierry Henry vorgestern nach der 0:2-Heimniederlage ausdrückte – „auf einem anderen Planeten“!

Insgesamt mussten unter Teamchef Constantini in neun Begegnungen vier Niederlagen (gegen Serbien/a, Kamerun/h, Frankreich/a und Spanien/h) hingenommen werden, einmal (Rumänien/a) wurden die Punkte geteilt und viermal konnten die rot-weiß-roten Fußballfans einen Sieg (Rumänien/h, Färöer/h, Litauen/h, Dänemark/h) bejubeln. Zum Vergleich, zwischen März 2006 und Februar 2009 gab es in 34 Länderspielen nur sechs Siege (Liechtenstein/a, Schweiz/h, Trinidad & Tobago/h/alle 2006, Elfenbeinküste/h/2007, Malta/h, Frankreich/h/beide 2008) zu verzeichnen, immerhin elfmal wurden die Punkte geteilt.

Auch in der FIFA-Weltrangliste fanden die verbesserten Ergebnisse ihren Niederschlag, derzeit rangiert Österreich auf Platz 56, damit wurden innerhalb eines Jahres immerhin 32 Plätze gutgemacht und die beste Platzierung seit September 2003 erreicht.

Folgende Spieler kamen unter Constantini zum Einsatz:
David Alaba, Marko Arnautovic, Julian Baumgartlinger, Daniel Beichler, Ekrem Dag, Aleksandar Dragovic, Christopher Drazan, Christian Fuchs, György Garics, Christian Gratzei, Michael Gspurning, Erwin Hoffer, Andreas Hölzl, Marc Janko, Jakob Jantscher, Veli Kavlak, Ümit Korkmaz, Christoph Leitgeb, Stefan Lexa, Jürgen Macho, Stefan Maierhofer, Rubin Okotie, Manuel Ortlechner, Jürgen Patocka, Helge Payer, Yasin Pehlivan, Emanuel Pogatetz, Thomas Prager, Sebastian Prödl, Paul Scharner, Franz Schiemer, Martin Stranzl, Christopher Trimmel, Andreas Ulmer, Roman Wallner und Patrick Wolf.

In die Torschützenliste konnten sich eintragen:
Erwin Hoffer (2), Marc Janko (4), Jakob Jantscher (1), Stefan Maierhofer (1), Franz Schiemer (2), Roman Wallner (2)


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