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Österreich verpasst EM-Achtelfinale

Nationalteam muss nach 1:2 gegen Island Heimreise antreten

Österreich verpasst EM-Achtelfinale - Nationalteam muss nach 1:2 gegen Island Heimreise antreten


Das Nationalteam hat den Aufstieg ins EM-Achtelfinale verpasst. Die Elf von Marcel Koller unterlag Island durch einen Konter in der Nachspielzeit mit 1:2 (0:1). Auch ein Remis hätte nicht zum Einzug in die Runde der letzten 16 der UEFA EURP 2016 gereicht. Aleksandar Dragovic scheiterte in Hälfte eins vom Elfmeterpunkt. In einer starken zweiten Halbzeit glich Alessandro Schöpf noch zum 1:1 aus – am Ende leider zu wenig.

Das Spiel startete mit einer Schrecksekunde für Österreich. Johann Gudmundsson setzte den ersten Torschuss aus 25 Metern an die Latte. Österreich wurde erstmals nach zehn Minuten durch Marko Arnautovic gefährlich. Der Stoke-Legionär nahm Island-Goalie Halldorsson den Ball vom Fuß, rutschte jedoch weg und konnte ihn aber nicht im Tor unterbringen. Nach einer Viertelstunde ließ Island erstmals auch seine Gefährlichkeit bei Standards aufblitzen. In der 18. Minute brachte Jon Dadi Bödvarsson Island mit 1:0 in Führung. Die „Wikinger“ zogen sich daraufhin weit zurück und lauerten auf Kontermöglichkeiten.

Nach einer halben Stunde trat Arnautovic erneut zweimal gefährlich in Erscheinung. Erst nahm er das Kreuzeck ins Visier, Halldorsson war aber zur Stelle. Einen Kopfball-Versuch setzte er über das Tor.

In der 37. Minuten entschied der polnische Unparteiische Szymon Marciniak auf Elfmeter nach Foul an David Alaba auf Elfmeter. Aleksandar Dragovic scheitert vom Punkt an der linken Stange. Österreich hatte in dieser Phase viel Ballbesitz, konnte jedoch nicht entscheidend durch die Reihen der Isländer stoßen. Knapp vor Seitenwechsel versuchte es Julian Baumgartlinger aus der Distanz, eine Glanztat vom isländischen Schlussmann verhinderte den Ausgleich.

Zur Pause brachte Teamchef Marcel Koller mit Marc Janko und Alessandro Schöpf zwei neue Kräfte. Ein deutlicher Ruck ging durch die österreichische Offensive. Knapp nach der Pause rettete ein isländischer Fuß Alabas Schuss knapp vor der Linie. Auch bei einem Versuch von Schöpf war ein Isländer dazwischen. Viele Aktionen liefen über den spielfreudigen Marko Arnautovic.

Nach einer Stunde brandete bei den über 30.000 mitgereisten österreichischen Fans im Stade de France Jubel auf. Alessandro Schöpf traf nach einem von David Alaba eingeleiteten Sololauf zum Ausgleich zum 1:1. Daraufhin rollten im Minutentakt rot-weiß-rote Angriffe auf das isländische Gehäuse, brachten aber keinen Torerfolg. In der 72. Minuten scheiterte Torschütze Schöpf mit der besten Möglichkeit zur Führung. In der Nachspielzeit fixierte Arnor Ingvi Traustason aus einem Konter das 1:2.

Ungarn ist nach einem 3:3 gegen Portugal Gruppensieger, Island und Portugal steigen ebenfalls ins Achtelfinale auf.

 

Stimmen zum Spiel:

Marcel Koller zum Spiel: „Die erste Halbzeit haben wir nicht gut gespielt, wie auch in den Spielen zuvor zu viele Abspielfehler gemacht haben und nicht den Druck aufbauen konnten, den wir wollten. In der 2. Halbzeit haben wir die Leistung gebracht, die wir auch in der Qualifikation auf den Platz gebracht haben. Wir haben bei diesem Turnier viel Erfahrung gesammelt. Wir hatten in allen Spielen unsere Möglichkeiten um Tore zu erzielen. Es ist wichtig Möglichkeiten auszunützen, Tore zu erzielen. In der 1. Halbzeit haben wir nicht gut kombiniert, nicht die Pässe gespielt. Meiner Meinung nach hat das nichts mit einem System zu tun, sondern mit der Nervosität. Die EURO hat gezeigt, dass man topfit sein muss, um in einem Turnier erfolgreich zu sein. Ich sehe das Abschneiden nicht als Scheitern, sondern als Erfahrung, aus der wir lernen werden.“

Zum verschossenen Strafstoß: „Aleksandar Dragovic war einer von zwei von mir bestimmten Elfmeterschützen. Er hat die Verantwortung übernommen und demnach werden wir ihm sicherlich keinen Vorwurf machen.“

Zur möglichen Nervosität im Spiel: „Die Nervosität ist eine individuelle Sache. Fußball hat sehr viel mit Selbstvertrauen zu tun. Wenn du unsicher bist, zögerst du, machst das Abspiel zu spät oder bist einen Moment zu spät am Ball. Mit guten Spielen und guten Ergebnissen muss man das Selbstvertrauen wieder aufbauen.“

 

Alessandro Schöpf: "Wir haben nach dem Ausgleich noch genügend Chancen gehabt. Ich muss das 2:1 machen, dann sind wir weiter."

 

Christian Fuchs: "Wir haben uns viel vorgenommen und haben es in drei Spielen verpasst, Tore zu machen. Die Enttäuschung ist sehr groß. Das Wichtigste ist jetzt, wieder aufzustehen. Klar sind wir mit der Endrunde nicht zufrieden, aber so, wie sich die Mannschaft in den letzten jahren entwickelt hat, kann man trotzdem stolz auf sie sein."


Heimir Hallgrimson (Trainer Island): „ Alle die dieses Spiel gesehen haben, haben gesehen, dass wir alles für diesen Erfolg getan haben. Wir haben eine fantastische Leistung gezeigt, wir müssen den Spielern ein Kompliment aussprechen. Wir haben phasenweise den Österreichern zu viel den Ball überlassen, aber letztendlich zählt nur das Ergebnis. Nachdem, wie wir in dieses Spiel gegangen sind, habe ich keine Angst vor dem Spiel gegen England. Die Spieler wissen, wie es sich anfühlt einen Sieg zu erringen. Wir wussten von Beginn an, dass wir einen starken Gegner im Achtelfinale haben werden, jetzt ist es eben England.“

 

Kári Arnason (Man of the Match): „Es ist toll mit meinen Freunden so etwas Tolles erreicht zu haben. Es ist, als hätte man seine Familie hier am Spielfeldrand. Ich kenne wahrscheinlich die Hälfte der Fans am Spielfeldrand.  Jetzt geht es gegen England. Ich war bei großen Turnieren immer für England, wenn wir selbst nicht gespielt haben und werden in dieses Spiel mit all unserer Kraft gehen. Wir haben im Training besonders Kopfbälle trainiert und natürlich gibt es da einige Situationen, die wir einstudiert haben.“

 


Island - Österreich 2:1 (1:0)
SR Szymon Marciniak (POL)

Tore: Bödvarsson (18.), Traustason (94.), Schöpf (60.)

Österreich spielte mit:
Almer; Hinteregger, Dragovic, Prödl (46. Schöpf), Klein, Ilsanker (46. Janko), Baumgartlinger, Fuchs, Sabitzer (78. Jantscher), Alaba, Arnautovic


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