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Trauer um Beppo Mauhart

ÖFB-Ehrenpräsident verstarb im 84. Lebensjahr

Trauer um Beppo Mauhart - ÖFB-Ehrenpräsident verstarb im 84. Lebensjahr


Der ÖFB trauert um seinen Ehrenpräsidenten Beppo Mauhart. Der längstdienende ÖFB-Präsident verstarb am Sonntag, 7. Mai im 84. Lebensjahr.

Mauhart, der für sein charismatisches Auftreten bekannt war, stand von 1984 bis 2002 fast 18 Jahre lang an der Spitze des größten heimischen Sportverbandes und hat während dieser Zeit viel bewegt, reformiert und umstrukturiert. Als Architekt der EURO 2008 schrieb er rot-weiß-rote Sportgeschichte.

Eigenständigkeit der Bundesliga, Einführung der Zehnerliga, Umstellung auf EDV im ÖFB und die Schaffung von Nachwuchsausbildungszentren waren nur einige der Meilensteine der Ära Mauhart. Auch die Vollüberdachung des heutigen Ernst-Happel-Stadions und die zwei erfolgreichen WM-Qualifikationen 1990 (mit Teamchef Josef Hickersberger) und 1998 (mit Herbert Prohaska) fallen in die ÖFB-Zeit des gebürtigen Oberösterreichers.

Der größte Coup gelang ihm jedoch mit der erfolgreichen Kandidatur für die EURO 2008, deren Architekt er bis zu seinem ÖFB-Abschied gewesen war. Den Grundstein dafür legte der mit einer Vision, viel Engagement und eisernem Willen ausgestattete Mauhart bereits mit der ungarisch-österreichischen Gemeinschafts- Bewerbung für die EM 2004.

In den letzten Jahren hat sich Mauhart weitgehend aus dem Rampenlicht zurückgezogen, setzte sich jedoch bis zuletzt für Projekte in den Bereichen Bildung und Kunst ein.

„Beppo Mauhart hat seine Zeit wie kaum ein anderer geprägt. Neben seinen großen Verdiensten um den österreichischen Fußball wird vor allem sein markantes Charisma unvergessen bleiben. Im ÖFB wird Beppo Mauhart als längstdienender Präsident immer einen Ehrenplatz einnehmen“, würdigt ÖFB-Präsident Dr. Leo Windtner seinen Vor-Vorgänger.

Beppo Mauhart

Geboren am 14. September 1933 in Enns/Oberösterreich
Seit 1964 mit Gattin Ingeborg verheiratet, ein Sohn

Berufliche Karriere

Mauhart kam 1972 als Mitglied des Aufsichtsrates zur Austria Tabak, 1979 wurde er in den Vorstand des Unternehmens berufen, von 1988 bis August 1995 war er Vorsitzender des Vorstands und Generaldirektor des damals drittgrößten Industrieunternehmens in Österreich.

Karriere beim ÖFB
Am 30. Juni 1984 wurde Beppo Mauhart zum Präsidenten des Österreichischen Fußball-Bundes gewählt. Nach knapp 18 Jahren, 144 Länderspielen und insgesamt 5 Wiederwahlen, endete die bisher längste Präsidentschaft mit der Hauptversammlung am 7. April 2002.

Die Ära Mauhart im Detail:

  • Amtsantritt am 30. Juni 1984
  • Etablierung der ÖFB-Geschäftsstelle mit dem Team des neuen Generalsekretärs Alfred Ludwig als Servicestelle
  • Durchführung von Länderspielen in den Bundesländern, um das Nationalteam österreichweit zu präsentieren (1984 - 1996/17 Länderspiele außerhalb Wiens, zuvor in 80 Jahren/6 Spiele)
  • Neue Wege in der Trainerausbildung (Praxisjahr im Nachwuchs, Qualitätsverbesserungen, Diplomtrainerausbildung)
  • Neugestaltung der VIP-Clubräumlichkeiten, ausverkaufter Club der Freunde der Nationalmannschaft
  • Neue Vermarktungsideen des ÖFB - erstmals Team-Sponsoren und Vermarktungsrechte im Stadion
  • Mitwirken am Umbau des Praterstadions zu einer damals international anerkannten modernen Fußballarena
  • Einführung der Wahl zum "Fußball-Römer" für Verdienste um den österreichischen Fußball
  • Der Österreichischer Fußball-Cup wird reformiert, erstmals ein Hauptsponsor gewonnen
  • Die Idee des Toto-Länderspiels wird realisiert
  • Die Toto-Jugendliga wird gegründet
  • Einführung des Internationalen Jugend-Toto-Cups für U16-Nationalteams
  • Übersiedlung des ÖFB in das Praterstadion, Schaffung moderner Verwaltungsräume
  • Umstellung der Spielerverwaltung auf EDV
  • Erreichen der WM-Endrunden Italia 90 und France 98
  • Organisation der EC-Finali der Meister 1987, 1990, UEFA Champions League Finale 1995 und UEFA Cup-Finale 1994 in Wien
  • Initiative zur EM-Bewerbung 1996 und Einleitung einer Bewerbung für die EURO 2004
  • Ernst Happel konnte 1991 als Teamchef gewonnen werden
  • Die Bundesliga wird selbständiger Verband und zehntes ÖFB-Mitglied
  • Bemühungen zur Leistungskonzentration im Spitzenfußball (zuerst 12er Liga, später 10er Liga).
  • Das U16-Team qualifiziert sich insgesamt 9mal für die EM, erreicht 1994 den 4. und 1997 den 2. Platz
  • ÖFB-Jubiläumsfeierlichkeiten (90 Jahre) gemeinsam mit FIFA (90 Jahre) und UEFA (40 Jahre) in Wien
  • UEFA-Kongress 1994 in Wien
  • Organisation der U16-EM-Endrunde 1996 in Österreich
  • Bewerbung Österreichs gemeinsam mit Ungarn für die EM 2004
  • Februar 2001: Ernennung zum Vize-Präsidenten des Österreichischen Olympischen Comitees (ÖOC) und Aufnahme in den Vorstand
  • März 2001: Ernennung zum Vize-Vorsitzenden der UEFA-Kommission für Nationalmannschaften
  • Frühjahr 2001: Beschluss zur neuerlichen Bewerbung Österreichs mit der Schweiz um die Austragung der EM-Endrunde 2008
  • Ende der ÖFB-Präsidentschaft am 7. April 2002

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