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Traum von der EURO geplatzt

ÖFB-Frauen trotz toller kämpferischer Vorstellung gegen Russland out

Traum von der EURO geplatzt - ÖFB-Frauen trotz toller kämpferischer Vorstellung gegen Russland out

 

Der große Traum des ÖFB Frauen-Nationalteams ist leider nicht in Erfüllung gegangen: die erstmalige Teilnahme an einer Endrunde lässt nach einem 1:1-Unentschieden im Rückspiel gegen Russland und damit einem Gesamtergebnis von 1:3 noch auf sich warten.

Die Mannschaft ging top-motivert in das Spiel, in dem die Russinnen gleich zu Beginn viel aktiver wirkten als im Hinspiel. Ein Kopfballtor von Anastasia Kostjukowa in der 30. Minute machte die geplante Aufholjagd noch schwerer.

 

Österreich erholte sich recht schnell vom Gegentreffer, drängte auf den Ausgleich und hatte kurz vor der Pause auch die Riesenchance: Doch die schon zuletzt starke russische Torfrau Todua wehrte den Schuss von Laura Feiersinger spektakulär ab (44.). Die Österreicherinnen spielten nach dem Seitenwechsel druckvoller und sorgten bei zwei Standards (55., 62.) für Gefahr im Strafraum, kamen gegen die kompakten Russinnen aber nicht zum Torerfolg.

 

Die Sbornaja beschränkte sich auf das Verwalten des Vorsprungs, bis Bayern-München-Legionärin Sarah Puntigam durch einen Freistoß den Ausgleich erzielte (75.). Im Finish hatte Viktoria Schnaderbeck sogar das 2:1 am Fuß, der abgefälschte Schuss ging aber knapp am russischen Tor vorbei (85.). In den letzten Minuten herrschte im gegnerischen Strafraum Hochbetrieb, die ötigen Tore wollten aber nicht fallen.

 

Im rot-weiß-roten Lager ist nach dem Ausscheiden die Enttäuschung groß, man blickt jedoch sehr zuversichtlich in die Zukunft des österreichischen Frauenfußballs:

 

Dominik Thalhammer (Teamchef)

Man muss Russland gratulieren, die Mannschaft ist sehr routiniert aufgetreten. Wir haben ein junges Team, das eine vielversprechende Zukunft vor sich hat. Wir wollten unbedingt dieses erste Tor machen, um den Gegner unter Druck zu setzen. Wir haben gekämpft bis zur letzten Minute. Eine andere Mannschaft bricht beim Gesamtstand von 0:3 zusammen, aber nicht dieses Team. Natürlich bin ich nicht zufrieden, wir dürfen und müssen enttäuscht sein. Aber wir werden sehr wohl auch auch das Positive mitnehmen.

 

Sarah Puntigam (Torschützin zum 1:1)

Unser Ziel war die EURO, wir haben alles versucht und nie aufgegeben. Leider haben wir unsere Chancen nicht effektiv genutzt. Wir haben in St. Pölten und auch hier das Spiel gemacht, leider hat es am Ende nicht gereicht.

 

Viktoria Schnaderbeck

Das ist natürlich extrem bitter. Wir haben gekämpft bis zum Schluss und versucht das Ergebnis zu drehen. Es wäre für uns mehr drinnen gewesen. Die Russinen waren uns in den Bereichen Effektivität und Routine überlegen. Diese Routine und das nötige Glück haben uns im Play-off gefehlt. Ich bin stolz auf unsere Mannschaft, im Augenblick überwiegen aber Trauer und Enttäuschung. Ich muss diese Emotionen erst einmal verarbeiten.

 

Marlies Hanschitz (Kapitänin)

Ich bin sehr enttäuscht, wir haben nicht schlecht gespielt und unsere Chancen gehabt. Wir haben versucht, alles zu geben. Die Russinnen haben in der ersten Halbzeit wieder aus einer Chance das Tor gemacht. In der Schlussphase ist der Ball nur noch auf ihr Tor gegangen.

 

Play-off-Rückspiel, Qualifikation zur UEFA Frauen EURO 2013


Russland - Österreich 1:1 (1:0)

Rostow, 2.000 Zuschauer

SR Mitsi (GRE)

Tore: Kostjukowa (30.); Puntigam (75.)

 

Russland: Todua - Petrowa, Tsybutowitsch, Kostjukowa, Medwed - Sotschnewa (93./Gordejewa), Sawtschenkowa (77./Djatschkowa), Morosowa, Terechowa - Maschina, Schljapina (64./Kurotschkina)

 

Österreich: Kristler - Gröber, Höller, Kirchberger, Hanschitz - Aschauer (59./Makas), Puntigam (85./Eder), Schnaderbeck, Prohaska - Feiersinger, Burger

 

Gelbe Karte: Sawtschenkowa

 

Hinspiel 2:0 - Russland mit dem Gesamtscore von 3:1 weiter

Die Österreicherinnen steckten aber nicht auf und kamen in der 31. Minute zur nächsten guten Möglichkeit. Feiersinger und Hanschitz kombinieren sich mittels Doppelpass schön vor das russische Tor. Todua fängt die Flanke der Bayern-Legionärin aber gerade noch vor der einschussbereiten Burger ab. Die rot-weiß-rote Elf drängte weiter auf den Ausgleich und kam immer wieder gefährlich vor das Tor der Russinnen. Die beste Gelegenheit vergibt Schnaderbeck (37.), die nach einem Eckball aus elf Metern frei zum Schuss kommt, diesen aber knapp über das Tor jagt.

 

Von den Gästen war seit dem Führungstor wenig zu sehen. So dauerte es bis zur 43. Minute, ehe die Russinnen zum zweiten Mal vor das rot-weiß-rote Tor kommen. Und abermals resultierte daraus ein Tor. Shlapina schob den Ball, nach schönem Zuspiel in die Tiefe, an Kristler vorbei zum 2:0 ins Netz. Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Pause. 

 

Nach dem Seitenwechsel änderte sich vom Spielverlauf wenig. Das Team von Dominik Thalhammer war weiter spielerisch überlegen, probierte es immer wieder über die Seiten. Die tief stehenden Russinnen tauchten nur ausgesprochen selten in der gegnerischen Hälfte auf, ließen aber defensiv wenig anbrennen. Obwohl das Spiel der Österreicherinnen zunehmend einem Powerplay glich, dauerte es bis zur 76. Minute bis sie das nächste Mal gefährlich vor das Tor von Todua kamen. Nach schöner Flanke von Aschauer traf Schnaderbeck bei ihrem Volleyversuch vom Fünfereck den Ball aber nicht ideal. So ging dieser neben das Tor.

Acht Minuten später folgte beinahe der längst überfällige Anschlusstreffer. Doch Todua konnte einen tollen Feiersinger-Schuss von der Strafraumgrenze gerade noch abwehren.

 

Durch die bittere 0:2-Niederlage steht Österreichs Frauen-Nationalteam im Rückspiel in Rostow am Donnerstag, den 25. Oktober, vor einer ausgesprochen schweren Herausforderung, um eventuell doch noch den Sprung zur UEFA Women's EURO 2013 in Schweden zu schaffen. Die rot-weiß-rote Auswahl muss dabei übrigens ohne Bayern-Legionärin Carina Wenninger auskommen, die nach erhaltener gelber Karte gesperrt fehlt.

 

Österreich - Russland 0:2 (0:2)

NV-Arena, St.Pölten

Tore: Savchenkova (25.), Shlapina (43.)

 

Österreich spielte mit: Kristler - Gröbner, Höller, Wenninger, Hanschitz - Tieber, Schnaderbeck, Puntigam, Aschauer - Feiersinger, Burger


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