SV Ried und Austria Lustenau wollen vorm Cup-Finale nicht Favorit sein
Zum bereits 76. Mal wird am Sonntag der Gewinner des ÖFB-Cups ermittelt. Erstmals in der Geschichte des Bewerbs als ÖFB-Samsung-Cup. Erstmals seit 2006 geht das Finale wieder im Wiener Ernst-Happel-Stadion über die Bühne.
Die Paarung darf man getrost als Überraschung bezeichnen, denn mit einem Endspiel SV Josko Ried gegen SC Austria Lustenau musste man vor dieser Cup-Saison 2010/2011 nicht unbedingt rechnen.
Die Vorarlberger schafften es als erster Klub aus dem Ländle ins Finale und könnten am Sonntag zudem der erste Verein seit einem Jahrzehnt sein, der als Mitglied der zweithöchsten Spielklasse den Pokal in die Höhe stemmen darf.
„Für uns als Verein ist es sensationell, dass wir im Cup-Finale stehen. Wir haben bewiesen, dass der Spruch vom Pokal mit seinen eigenen Gesetzen mehr als ein Spruch ist“, so Lustenau-Trainer Edi Stöhr, der auch im Finale wieder „die qualitativen Grenzen verwischen“ möchte.
Das gelang in den letzten beiden Runden bereits gegen den FK Austria Wien und den Kapfenberger SV und also gegen zwei Bundesligisten. „Da haben wir unsere Chance genützt, das wollen wir jetzt auch im Finale wieder tun“, gibt sich der Deutsche, für den das Duell mit der SV Ried das vorerst letzte Spiel auf der Austria-Bank ist, selbstbewusst.
Dennoch schickt er nach: „Ried ist sicher Favorit!“ Davon wollen die Innviertler aber so gar nichts wissen. „Das mit der Favoritenrolle gilt es zurecht zu rücken. Die Chancen stehen 50:50, am Sonntag trifft David auf David.“
Seit dem Schlusspfiff der 36. Runde – die Oberösterreicher gewannen die Generalprobe gegen den Kapfenberger SV daheim mit 2:0 – gilt die volle Konzentration dem Cup-Finale. „Wir haben uns die Stabilität der Mannschaft in den letzten Jahren erarbeitet. Jetzt haben wir die Möglichkeit, die Früchte dafür zu ernten.“
Die Rieder, die bereits vor 13 Jahren in Wien im Cup triumphierten, hatten wie Lustenau einen harten Weg bis ins Ernst-Happel-Stadion zu gehen. Im Achtelfinale schalteten die „Wikinger“ den großen Rivalen LASK aus und untermauerten damit auch ihre Stellung als Nummer 1 von OÖ.
Danach folgten Heimsiege gegen den SK Rapid Wien und Titelverteidiger Sturm Graz. Vom Europacup will Gludovatz noch nichts wissen. „Wir machen auch weiterhin den ersten vor dem zweiten Schritt!“
Und dieser erste Schritt ist für Gludovatz keiner, der nebenbei während einem Spaziergang passiert, sondern muss über eine echte Hürde getan werden, denn: „Für mich war Austria Lustenau in dieser Saison die spielstärkste Mannschaft in der Ersten Liga."
"Wir konnten den Fans in dieser Saison aber auch einiges bieten. Deshalb kann ich jedem Fußball-Fan nur raten, am Sonntag ins Stadion zu kommen, um sich selbst vor Ort ein Bild zu machen“, rührte der Burgenländer bei der offiziellen Pressekonferenz die Werbetrommel für das Endspiel.
Mehr als 10.000 Tickets sind bereits weg, erwartet werden am Sonntag bis zu 16.000 Zuschauer. „Die Vereine haben sich viel überlegt für Karten-Aktionen und dergleichen, um möglichst viele Fans ins Stadion zu bekommen. Es zeigt aber auch, welche Qualität der ÖFB-Samsung-Cup hat, das ist ein sehr positives Signal“, freut sich Thomas Hollerer vom Österreichischen Fußball-Bund.
Freuen dürfen sich auch die beiden Finalisten, die im Verlauf des Bewerbs bereits 197.500 Euro an Prämien kassiert haben. Die Final-Einnahmen werden geteilt, es warten aber noch zwei „Zuckerl“ auf die SV Ried und Austria Lustenau.
Denn sollte einer der beiden Vereine den besten Torschützen im Bewerb stellen – noch führt Rapids Hamdi Salihi mit sechs Treffern -, würde das weitere 15.000 Euro bringen. Außerdem gibt es für den Gewinn der Fair-Play-Wertung 10.000 Euro, die für Fan- oder Anti-Rassismus-Projekte zweckgebunden zu verwenden sind.
Der ÖFB bedankt sich bei Haupt- und Namenssponsor Samsung und den Cup-Partnern tipp3, Stiegl, Engelbert Strauss, Kia Motors, Enjo, Puma, ORF, Kaufmann & Partner, Österreichische Lotterien und sporteo.

ÖFB-SAMSUNG-CUP Finale
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